Saldierende Zähler

Faires Messkonzept für Kleinerzeuger mit Selbstverbrauch!

Welche Zähler sind für kleine Erzeugungsanlagen mit Selbstverbrauch richtig – phasensaldierend oder summen­saldie­rend?
Richtig und zugelassen sind beide Systeme, wobei es für beide Begriffe keine eindeutige Definitionen zu geben scheint. Viele Hersteller sprechen hier einfach nur von saldierenden und nicht saldierenden Geräten.

Für dreiphasige, gleichmäßig einspeisende Anlagen ist das Messsystem relativ unwichtig.
Für Anlagen, die ungleichmäßig nur ein- oder zweiphasig einspeisen, kann dann in kundenfreundlich oder kundenunfreundlich unterschieden werden.

Der kundenfreundlich arbeitende (saldierende) Zähler registriert zunächst die Leistungsverläufe je Phase und addiert dann alle drei miteinander. Der sich daraus ergebende Betrag (entweder Bezug I+AI oder Lieferung I-AI) – und eben nur der – wird in das entsprechende Register geschrieben.

Kundenunfreundliche Zähler schreiben die Werte je Phase einzeln in das jeweilige Register für Bezug und Lieferung. Dadurch entstehen dem Kunden bei der Abrechnung Nachteile, die wir in den beiden nachfolgenden Beispielen darstellen wollen.

Die dargestellten Werte sind willkürlich und vereinfachend ausgewählt und im Einzelfall anlagenabhängig.

Beispiel 1

L1    Bezug 1 kW/t I+AI          
L2 Bezug 1 kW/t I+AI          
L3 Lieferung 2 kW/t I-AI          
 

Der saldierende Zähler addiert die drei Werte → Ergebnis = 0

Für den Kunden entstehen weder Kosten noch Ertrag → optimaler Selbstverbrauch

  Der nichtsaldierende Zähler schreibt
in das Register +A Bezug = 2 kWh,
in das Register -A Lieferung = 2 kWh,
beide werden schlussendlich wie folgt getrennt abgerechnet:
  Bezug 2 kWh á 0,25 € + MwSt. = 0,50 € + MwSt.
  Lieferung 2 kWh á 0,15 € + MwSt. = 0,30 € + MwSt
  Gewinn für Netzbetreiber / Verlust für Kunden = 0,20 € + MwSt

Beispiel 2

L1    Bezug 0,5 kW/t I+AI          
L2 Bezug 0,5 kW/t I+AI          
L3 Lieferung 2,0 kW/t I-AI          
 

Der saldierende Zähler schreibt in das Register

 

Lieferung

1,0 kWh á 0,15 € + MwSt. = 0,15 € + MwSt.
          Einnahme
  Der nichtsaldierende Zähler schreibt in das Register
  Bezug 1 kWh á 0,25 € + MwSt. = 0,25 € + MwSt.
  Lieferung 2 kWh á 0,15 € + MwSt. = 0,30 € + MwSt
  in Summe erhält der Kunde 0,05 € + MwSt
  Gewinn für Netzbetreiber / Verlust für Kunden = 0,10 € + MwSt

So kann es vorkommen, dass sowohl für Bezug als auch für Lieferung mit dem saldierenden Zähler etwa ein Drittel im Saldo weniger abgerechnet wird. Durchaus möglich, dass hier ein paar hundert Euro im Jahr zusammen kommen!

Ob Ihr Zähler saldiert oder nicht, geht nur in wenigen Fällen aus den Angaben auf dem Zähler hervor. Nur die wenigsten Hersteller machen dazu Angaben in den technischen Datenblättern.

In Zweifelsfällen helfen wir Ihnen, allerdings ohne Garantie, denn manche Hersteller sperren sich gegen die Herausgabe dieser Angaben.

Manchmal hilft nur das Wechseln des Zählers.

Konzessionsabgabe

Ergänzend zum Energiewirtschaftsgesetz gibt es die “Verordnung über Konzessionsabgaben für Strom und Gas”(Konzessionsabgabenverordnung (KAV).

Diese regelt Zulässigkeit und Bemessung von Konzessionsabgaben der Energieversorgungsunternehmen an Gemeinden und Landkreise für das Recht der Benutzung öffentlicher Verkehrswege. Diese Aufwendungen werden an die Verbraucher weitergegeben und sind im kWh-Preis enthalten. Deren Höhe ist tarifabhängig und muss auf der Abrechnung ausgewiesen sein.

Generell gilt:

Tarifkunden im Sinne dieser Verordnung sind Kunden, die auf der Grundlage von Verträgen nach den §§ 36, 38 sowie 115 Abs.2 und § 116 des Energiewirtschaftsgesetzes(s.d.) beliefert werden; Preise und Tarife nach diesen Bestimmungen sind Tarife im Sinne dieser Verordnung.

KAV §1 Abs.3

Abweichend gilt aber:

Unbeschadet des §1 Abs. 3 und 4 gelten Stromlieferungen aus dem Niederspannungsnetz (bis 1 Kilovolt) konzessionsrechtlich als Lieferungen an Tarifkunden, es sei denn, die gemessene Leistung des Kunden überschreitet in mindestens zwei Monaten des Abrechnungsjahres 30 Kilowatt und der Jahresverbrauch beträgt mehr als 30.000 Kilowattstunden.

KAV § 2 Abs.7

Wer aber nicht Tarifkunde im Sinne dieser Verordnung ist, gilt als Sondertarifkunde (KAV §1Abs.4). Die Konzessions­abgabe darf dann nach Gesetz nicht höher sein als 0,11 Ct/kWh.

Beispielhaft gilt für ländliche Regionen (Gem. bis 25.000 EW):

Tarif 30.000 kWh x 1,32 ct/kWh netto   =  396,- Konzessionsabgabe/a
Sondertarif     30.000 kWh x 0,11 ct/kWh netto = 33,- Konzessionsabgabe/a
  Einsparung   =  363,- €/a

Einen Haken hat aber die Sache: Sie müssen den Nachweis erbringen, dass beide Bedingungen erfüllt werden!

Hierzu benötigen Sie einen Messstellenbetreiber, der Ihnen einen leistungsmessenden Zähler mit Maximalwert­auf­zeichnung (Pmax-Zähler) zur Verfügung stellt.

Ihre Energiegenossenschaft Rhein-Ruhr eG hilft Ihnen auch hier weiter. Sprechen Sie unseren Herrn Nöhring an: noehring@egrr.de.